EU vereinfacht Krankenversicherungsschutz in Europa: Mehr Rechte für Rentner im Ausland
Neue Regelungen ab 1. Mai 2010 zur sozialen Sicherheit / Krankenversicherungsschutz für Rentner mit Wohnsitz im EU-Ausland modernisiert, vor allem Grenzregionen profitieren
Kehl – Vereinfachen, aktualisieren und beschleunigen – so die hochgesteckten Ziele der EU-Verordnung 883/2004 zur Koordinierung der sozialen Sicherheitssysteme, die am 1. Mai 2010 in Kraft trat. Die über 35 Jahre alten Verordnungen waren überholt und wurden den Anforderungen des mobilen europäischen Bürgers nicht mehr gerecht. Fünf Jahre dauerten die Verhandlungen, bis sich die Länder auf eine Durchführungsverordnung einigen konnten. Jetzt ist es an den Mitgliedstaaten, die Regelungen für die Patienten Wirklichkeit werden zu lassen.
Beispiel Krankenversicherung: Erleichterungen für Rentner im Ausland?
Frau S., eine Französin wohnhaft in Deutschland, arbeitete bis vor Kurzem in Straßburg. Als Grenzgängerin war sie sowohl in Deutschland als auch in Frankreich krankenversichert und konnte in beiden Ländern Ärzte aufzusuchen. Mit Eintritt ins Rentenalter musste sie von heute auf morgen ihre französische Versicherungskarte abgeben. Um sich nun weiter von französischen Ärzten behandeln zu lassen und die Kosten erstattet zu bekommen, wurden aufwändige und langwierige Schritte nötig. Zudem blieb sie oft auf Kosten sitzen: Für eine Rechnung von 45 Euro, die der französische Arzt ausstellte, bekam sie von der deutschen Krankenkasse gerade einmal 8 Euro erstattet.Dies soll sich nun ändern: Ab dem 1. Mai 2010 ist der Zugang zum Gesundheitssystem auch im alten Heimatland wieder offen. Dies gilt auch für die vielen deutschen Rentner im Ausland. „Welche Schritte die Verbraucher allerdings genau unternehmen müssen, um von den Neuregelungen zu profitieren, ist zum heutigen Zeitpunkt noch unklar“, so Christian Tiriou, Jurist bei Euro-Info-Verbraucher e.V. Bei ihm haben sich in den vergangenen Wochen bereits viele Verbraucher über den Mangel an Informationen beklagt.
Leben im Eurodistrikt: Was den Bürgern wirklich hilft
Um das Leben der Bürger hier im Eurodistrikt zu erleichtern, sollten betroffene Rentner schnell wieder die Versicherungskarte der Krankenkasse ihres Heimatlandes nutzen können. Dies fordert Euro-Info-Verbraucher e.V. und unterstützt damit das Engagement des Kehler Vereins Staatsbürger/innen im Grenzgebiet, der sich seit Jahren für einen erleichterten Zugang zur Gesundheitsversorgung in der Region stark macht.
Ansprechpartner für die Presse:
Charlotte Geiger
Euro-Info-Verbraucher e.V.
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