Pressemitteilung 17.02.2009
Bauen in Frankreich – Gewähr auch für deutsche Unternehmen /
Erste Schritte für einen grenzüberschreitenden Baumarkt
Euro-Info-Verbraucher e.V. fordert deutsch-französische Kooperation im Bausektor – für besseren Schutz und freie Wahl / Ein Bericht zur aktuellen Situation geht an die nationalen Parlamente und die EU-Kommission
Kehl – Wer in Frankreich ein Haus bauen will, braucht sie, egal ob Deutscher oder Franzose: Die sogenannte „garantie décennale“ ist eine 10-jährige Gewährleistung für Bauwerke, für die jeder Bauunternehmer in Frankreich eine Pflichtversicherung abschließen muss. Zehn Jahre lang kommt sie für die Kosten auf, die für das bereits fertig gestellte Haus anfallen, wenn es gravierende Mängel zu beseitigen gilt. Durch die Décennale-Versicherung genießt der Bauherr einen umfassenden Schutz, besonders dann, wenn der Bauunternehmer insolvent wird.
Der Traum vom Hausbau auf der anderen Rheinseite scheiterte für Deutsche bislang jedoch meist an eben jener Pflichtversicherung. Denn in der Praxis können Bauunternehmen aus dem Ausland sie oft nicht abschließen, wie EURO-INFO-VERBRAUCHER e.V. festgestellt hat. Zwar gibt es mit dem „Bureau Central de Tarification“ eine Behörde, die einen französischen Versicherer zum Vertragsschluss mit dem deutschen Unternehmer zwangsverpflichten kann. Doch die Bedingungen der Versicherung, auf die der ausländische Bauunternehmer zudem monatelang warten musste, sind meist schlecht.
Euro-Info-Verbraucher e.V. plädiert für freiwilliges Versicherungsmodell
Um die Probleme aufzudecken, die den freien Waren- und Dienstleistungs-verkehr im Bausektor bislang EU-weit behindern, legt Euro-Info-Verbraucher e.V. europäischen und nationalen Parlamenten sowie der EU-Kommission seinen Bericht vor. Darin sprechen sich die europäischen Verbraucherschützer für ein freiwilliges Versicherungsmodell aus, das grenzüberschreitende Bauaktivitäten fördert und gleichzeitig die Gewährleistungspflichten und das Insolvenzrisiko in der gesamten EU auch in Zukunft absichert. Drei verschiedene Ebenen müssen dafür ineinander greifen, die des EU-Rechts, des europäischen Versicherungsmarktes und der nationalen Politik:- Das französische Versicherungsmodell: Es sollte auf freiwilliger Basis auch auf die anderen EU-Mitgliedsstaaten ausgeweitet werden.
- Ein gemeinsamer Markt für Versicherungen: Der Verbraucher kann sich für einen Versicherer aus einem anderen Mitgliedstaat entscheiden.
- Versicherungsverträge dürfen dem Bauherrn nicht mehr vorschreiben, nur nationale Baumaterialien und -produkte zu verwenden.
Schnelle und pragmatische Lösungen durch deutsche Versicherer
Die Verbraucher, vor allem die Bewohner der deutsch-französischen Grenzregion, sollten ein Unternehmen europaweit frei wählen und die Unternehmen gleichzeitig ihre Dienstleistung grenzüberschreitend erbringen können. Um das zu ermöglichen, müssen in erster Linie schnelle und pragmatische Lösungen her. Einen ersten Schritt können deutsche Versicherungen machen, indem sie einheimische Unternehmen nach dem Vorbild der französischen „Garantie décennale“ absichern, wenn diese ihre Dienstleistungen auch in Frankreich anbieten möchten. Ein deutscher Bauspezialversicherer hat sich erst kürzlich dazu bereit erklärt. Euro-Info-Verbraucher e.V. möchte mit dem Bericht auch andere Unternehmen ermutigen, diesem Beispiel zu folgen.
Den vollständigen Bericht finden Sie im Internet unter
www.euroinfo-kehl.eu/de/veranstaltungen-und-veroeffentlichungen/
Ansprechpartner für die Presse:
Charlotte Geiger
Euro-Info-Verbraucher e.V.
Tel: +49 7851 991 48-23
E-Mail : geiger@euroinfo-kehl.eu



