Die Meilensteine in der Entwicklung des Vereins und ihre Bedeutung
1993 – Gründung des Vereins
Euro-Info-Verbraucher e. V., ein deutsch-französischer Verein, wurde 1993 im Zuge der Einführung des Europäischen Binnenmarktes gegründet mit dem Ziel, Interessen der Verbraucher in der EU wahrzunehmen: ihnen hilfreiche Informationen und konkrete Ratschläge anzubieten und auf grenzüberschreitende Fragen, mit denen sie zunehmend konfrontiert sind, zufriedenstellend Antwort zu geben.Der Verein entstand auf Initiative zweier Verbraucherschutzorganisationen: der französischen Chambre de Consommation d’Alsace, also – frei übersetzt – der elsässischen Verbraucherzentrale, in Straßburg und der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart.
Seit der Gründung von Euro-Info-Verbraucher e. V. wurden über 140.000 Anfragen zu grenzüberschreitenden Verbraucherthemen behandelt. Die Rechtsberater des Vereins leisten somit einen wesentlichen Beitrag zur Orientierung und Unterstützung von Verbrauchern – und das an der Nahtstelle der zwei größten EU-Staaten, denen bei der Verwirklichung des europäischen Marktes eine Schlüsselrolle zukommt, und außerdem in einem besonders dynamischen Wirtschaftsraum an der deutsch-französischen Grenze.
Dank der Einbindung in ein Netzwerk von zurzeit insgesamt 29 Europäischen Verbraucherzentren in den EU-Mitgliedstaaten sowie in Norwegen und Island kann Euro-Info-Verbraucher e. V. seine Serviceangebote und sein Know-how im grenzüberschreitenden Geschäftsverkehr europaweit zum Einsatz bringen.
2002 – Ansiedlung der Clearingstelle Deutschland
In diesem Jahr betraute das Bundesministerium der Justiz in Berlin Euro-Info-Verbraucher e. V. mit den Aufgaben der Clearingstelle Deutschland, seit Beginn 2005 Deutsche Verbindungsstelle für Schlichtung genannt. Der Entscheidung des Bundesministeriums, diese in Kehl einzurichten, ging die bis dato zehnjährige Tätigkeit des Vereins im Dienste der deutsch-französischen Zusammenarbeit voraus, gleichbedeutend mit zehn Jahren Erfahrung bei grenzüberschreitenden Rechtsstreitigkeiten. Mehr2003 – Ansiedlung der eCommerce-Verbindungsstelle (Deutschland)
Eine nationale Verbindungsstelle für den elektronischen Geschäftsverkehr einzurichten – dazu verpflichtete die Richtlinie der Europäischen Kommission über den elektronischen Geschäftsverkehr jeden Mitgliedsstaat der EU. Die Bundesrepublik Deutschland betraute im Jahr 2003 damit ebenfalls Euro-Info-Verbraucher e. V., wobei die Erfahrung des Vereins in grenzüberschreitenden Verbraucherfragen abermals eine wesentliche Rolle gespielt hat. Mehr2004 – Ansiedlung der Clearingstelle Frankreich (Centre d’échanges extrajudiciare français)
Nachdem die Bundesrepublik Deutschland 2002 Euro-Info-Verbraucher e. V. mit der Errichtung der Clearingstelle Deutschland betraut hatte, folgte der französische Nachbar Anfang 2004 und ernannte den Verein zum Träger der Clearingstelle Frankreich. Somit waren zum ersten Mal in diesem Bereich zwei nationale Verbraucherschutz-Institutionen mit europäischer Ausrichtung unter einem Dach vereint, was eine intensive Zusammenarbeit ermöglicht. Mehr
2005 – Erweiterung der Funktionen als Europäische Verbraucherzentren Deutschland und Frankreich
Die Entscheidung der französischen Regierung, das Europäische Verbraucherzentrum Frankreich in Kehl anzusiedeln, stand ganz im Zeichen des Potenzials, das das Grenzgebiet in unmittelbarer Nähe zu Straßburg als Pilotregion Europas aufweist. Die Aufwertung von Euro-Info-Verbraucher e. V. zum Europäischen Verbraucherzentrum Frankreich unterstreicht zum einen das deutsch-französische Votum für Straßburg als institutionelle Metropole Europas und zum anderen den Willen zur Zusammenarbeit von Deutschland und Frankreich im europäischen Verbraucherschutz. Die Region steht für die gute deutsch-französische Zusammenarbeit, was auch in der von den Staatschefs beider Länder vorgesehenen und inzwischen realisierten Schaffung eines Eurodistrikts deutlich wird.
Auch die in Kehl angesiedelte deutsche Clearingstelle wurde 2005 durch die Fusion mit dem Netzwerk der „Euroguichets“ zu einem Europäischen Verbraucherzentrum: Das EVZ Deutschland verteilte sich vorerst auf drei Standorte, Düsseldorf/Gronau, Kiel und Kehl, zwischen denen eine Aufgabenaufteilung bestand. Die Funktionen des Zentrums in Kehl blieben vorerst beschränkt auf die außergerichtliche Beilegung von Verbraucherrechtsstreitigkeiten. Gleichwohl erhielten Verbraucher beim EVZ Deutschland – Kehl auch Informationen und Beratung hinsichtlich deutsch-französischer Verbraucherrechtsfragen. Für Information und Aufklärung in europäischen Verbraucherrechtsfragen waren historisch bedingt die anderen beiden Standorte Düsseldorf und Kiel zuständig.
2006 – Leitungsfunktion des EVZ Deutschland am Kehler Standort
Zu Beginn des Jahres übernahm der Standort Kehl vom Standort Düsseldorf/Gronau die Leitungsfunktion hinsichtlich Koordination und Kommunikation gegenüber der Europäischen Kommission und den Bundesministerien. Zum Jahresende wurde der Standort Düsseldorf/Gronau gänzlich aufgegeben, dessen Aufgaben fortan von den zwei verbliebenen Standorten des EVZ Deutschland fortgeführt wurden.
2008 – Erweiterung im ECC-Netzwerk und bei Euro-Info-Verbraucher e.V.
Das Netzwerk der Europäischen Verbraucherzentren bekam im Zuge der letzten EU-Erweiterungsrunde mit Rumänien und Bulgarien zwei weitere Mitglieder und umfasst nun 29 Staaten, darunter die 27 EU-Mitgliedsstaaten sowie Norwegen und Island. Die Europäischen Verbraucherzentren Deutschland und Frankreich haben im Jahr 2008 gemeinsam fast 30 Prozent der Fälle des gesamten Netzwerkes bearbeitet. In der einzigen binationalen Struktur des Netzwerkes sind inzwischen 21 Mitarbeiter tätig.
Euro-Info-Verbraucher e.V. konnte sich im Jahr 2008 auch institutionell erweitern: Zwölf neue Beitritte, darunter acht Verbraucherzentralen sowie Politiker beider Länder, konnten verzeichnet werden. Im Rahmen einer erweiterten Kooperation unterstützen inzwischen 31 Mitglieder (darunter neun Verbraucherzentralen) sowohl in politischer als auch in organisatorischer Hinsicht die von Euro-Info-Verbraucher e.V. initiierten und realisierten Projekte. Hinzu kam die Berufung der Geschäftsführerin von Euro-Info-Verbraucher e.V., Dr. Martine Mérigeau, zum Vorstandsmitglied des Institut National de la Consommation. Außerdem nahm der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv) Euro-Info-Verbraucher e.V. als neues Fördermitglied auf.
2009/2010 - Schaffung einer neuen Schlichtungsstelle für eCommerce
Die neu geschaffene Schlichtungsstelle "Online-Schlichter Baden-Württemberg" ist zuständig für Streitfälle, denen im Internet geschlossene Verträge zugrunde liegen und die einen Bezug zu Baden-Württemberg aufweisen. Als Schlichtungsstelle, die unter Berücksichtung der Qualitätsstandards der Europäischen Kommission aufgebaut wurde, steht sie neutral zwischen Verbraucher und Unternehmer. Es handelt sich um ein Pilotprojekt, das vom Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg finanziert und vom Verein Euro-Info-Verbraucher e.V. rechtlich getragen wird.
Mit dem Europa-Parlamentarier Alain Lamassoure hat Euro-Info-Verbraucher e.V. seit August 2009 einen neuen Verwaltungsratsvorsitzenden: Seit Jahrzehnten ist der ehemalige französische Europa-Minister bekannt für sein Engagement, um das Leben der Bürger in Europa zu erleichtern.
Inzwischen unterstützen 48 Mitglieder (darunter 16 Verbraucherschutzeinrichtungen und zahlreiche nationale und europäische Abgeordnete) den Verein Euro-Info-Verbraucher e.V. sowohl in politischer als auch in organisatorischer Hinsicht.
2011 - Umbenennung des Vereins zum Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz e.V.
Der Verein ist von nun an unter dem Namen Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz e.V. (ZEV) für die Verbraucher in Europa aktiv. Diese Entscheidung hat die Mitgliederversammlung des Vereins am 9. Mai 2011 getroffen. Der neue Name ist nicht nur Ausdruck der Entwicklung, die er in den vergangenen 18 Jahren genommen hat: Mit stetig wachsenden Aufgaben und innovativen Projekten ist der Verein zu einem wichtigen Akteur im europäischen Verbraucherschutz geworden. Wie bereits der Umzug in die neuen Räumlichkeiten am Bahnhofsplatz in Kehl Anfang des Jahres wird der neue Name zudem die Sichtbarkeit des Vereins weiter erhöhen.
Die Erweiterung des Verwaltungsrats von bislang sieben auf nunmehr neun Mitglieder ist die zweite wichtige Neuerung, die von der Mitgliederversammlung beschlossen wurde. An der Seite des Vorsitzenden Alain Lamassoure wirkt fortan sein Kollege aus dem EU-Parlament, Dr. Andreas Schwab, sowie der Präsident der Stadtgemeinschaft Straßburg, Jacques Bigot. (zur Pressemitteilung)



